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Verein

Sportschützen Wangen bei Olten


Der Verein

Durch die Initiative einiger Sportbegeisterter Schützen des Freien Schiessvereins Wangen b. Olten wurde am Samstag, dem 30. Mai 1936 die Gründungsversammlung des Sportschützen Klub Wangen b. Olten abgehalten. Der eigentliche Schiessbetrieb konnte am 8. September aufgenommen werden. Die Aufnahme der Untersektion des Freien Schiessvereins am 3. April 1937 in die Reihen des Eidgenössischen Kleinkalieberverbands war der Abschluss der Gründungsphase.

Mit der Einweihung der ersten Standarte am 26. November 1938 hatte die junge Kleinkalibersektion auch ihr äusseres Zeichen erhalten. Die Sektion erblühte recht schnell; bis in die 50er Jahre zählte der Verein bereits 34 Mitglieder. Deren Zahl stieg dann kontinuierlich bis gegen 50 an. Von Beginn weg und konsequent weitergeführt wurde die Ausbildung junger Schützen, später auch junger Schützinnen, vorangetrieben.

Im Juni 1976 beging der aktive Verein sein 40 Jahr Jubiläum. Als äusseres Zeichen bekam der Verein seine erste grosse Fahne. Entworfen vom Mitglied Werner Borer und getragen durch die Fahnenpaten Johanna Aerni und Adolf von Wartburg wurde die Fahne zum treuen Begleiter sportlicher Erfolge aber auch der traurigen Abschiede von verstorbenen Kameraden.

1982 wurde ein Jahr eines weiteren Meilensteins in der Vereinsgeschichte. Die neuen Statuten ersetzten diejenigen aus der Gründerzeit. Der Vereinsname änderte auf Sportschützen Wangen bei Olten; damit verbunden ging auch eine definitive Loslösung vom Freien Schiessverein einher.

Ein Jahr darauf durfte das 50 Jährige Bestehen gefeiert werden. Mit einem überaus erfolgreichen Jubiläumsschiessen und einer sehr würdigen Feier – mit der Weihung einer neuen Standarte – wurde dieses Fest begangen.

Bis in die Mitte der 90er Jahre stand das sportliche Schiessen im Zentrum der Vereinstätigkeit; wie es sich gehört. Doch ab dann begann ein sehr schwieriger Abschnitt im Leben des etablierten Vereins. Immer mehr Auflagen und Einsprüche aus Kanton und der Gemeinde führten dazu, dass mit dem Endschiessen am 26. Oktober 2002 das definitive Aus des Schiessbetriebs auf der bestehenden Anlage kam.

Dank der Umsicht der damaligen Führungsmannschaft fand sich aber trotzt allen Negativmeldungen eine Zukunft für den Verein. Am 8. März 2003 wurde das erste Training auf der Schiessanlage in Gunzgen durchgeführt. Offen für alle guten Lösungen traten die Sportschützen Wangen in einen neuen Daseinsabschnitt. Wie so oft führten Veränderungen zu durchaus positiven Auswirkungen. Neue Mitglieder, das neue Umfeld und viel Zuversicht bildeten die Basis für ein erfolgreiches Weiterbestehen des Vereins.

Der geografische Wechsel führte aber auch dazu, dass der jährliche Lottomatch zu Gunsten eines grösseren Volksschiessens aufgegeben wurde. Auch die Juniorenausbildung wurde mit der grösseren Distanz zur Ursprungsgemeinde belastet. Letztlich wird sich diese Entfernung in früherer oder späterer Zukunft zu einer Fusion mit den Vereinen auf dem Platz Gunzgen führen. Doch dies ist noch Spekulation. Feiern wir heute erst einmal ein weiteres Jubiläum; 75 Jahre Sportschützen Wangen b. Olten in Gunzgen!

Der Schiessstand

Mit der Gründung des Vereins 1936 bestand noch keine Schiessgelegenheit. Es konnte eine Areal beim Pumpwerk in Kleinwangen von der Bürgergemeinde gepachtet werden. Schon im Juni wurde mit dem Aushub begonnen und am 8. September fielen die ersten Schüsse. Sechs Kehrscheiben waren das höchste der Gefühle. Ein Schiessbetrieb mit Schützen und Zeigern – analog zum 300m Schiessen – war damals üblich und vollauf genügend.

1951 Wurde der Schiessstand mit einem Anbau Nord erweitert. Dazu kam der Einbau von Zugscheiben und einer Sonnerie und einer Telefonanlage in den Zeigergraben. Finanziert wurde die Erweiterung mittels eines Kleinkaliberschützenfests.

Im Juni 1971 ging der Wunsch nach einer neuzeitlichen Resultats Übermittlung in Erfüllung. Dank dem Ertrag aus dem Kleinkaliberschützenfest von 1970 konnten sechs neuen Laufscheiben installiert werden. 1976 wurde vom Kantonalen Wasserwirtschaftsamt das abweiden des Grases unter den Zugscheiben durch Schafe verboten. Der stinkende und lärmende Rasenmäher löste die friedlichen Tiere ab.

In den 80er und 90er Jahren erfolgten Renovationsarbeiten an der Anlage. 1988/89 wurde die ganze Schützenstube gründlich überholt; notabene alles in Fronarbeit fleissiger Schützen. 1990 bekam die Schiessanlage eine sanfte Renovation und 1994 wurde eine spezielle, das Landschaftsbild schonende Schiessblende in Form einer Pergola montiert.

1995 läutete – im Nachhinein gesehen – das drohende Ende der Anlage ein. Mit der Bürgergemeinde musste eine Vereinbarung abgeschlossen werden, die Auflagen im Betrieb mit sich brachten. Dazu kamen erste Reklamationen von Bewohnern, die im vollen Bewusstsein des Schiessstands, in neu erstellte Wohnungen um die Anlage einzogen. Diese führten zu weiteren, massiven Einschränkungen im Schiessbetrieb.

1997 trug der Verein dem aufkommenden Schutz des Grundwassers Rechnung. Die Kugelfänge wurden mit Sand gefüllten Polyesterrohre ergänzt. Damit war die Aussiebung der Kugelreste möglich.

Der ultimative Top Ausbau auf elektronische Trefferanzeiger konnte aus finanziellen Gegebenheiten nicht nachgekommen werden. Im 2000 führte der Verein die letzten Arbeiten durch: neue Fenster und getäferte Innenwände in der Schützenstube führten noch zu mehr Gemütlichkeit.

Doch zeigten im September 2000 erste Gerüchte das kommende Ende des Schiessbetriebs in Kleinwangen an. Die Verschärfung des Gewässerschutzes auf Bundesebene führte dazu, dass im Oktober 2002 der letzte Schuss auf der kleinen aber feinen Anlage fiel. Die Folge – die Aussiedlung nach Gunzgen – ist hinlänglich bekannt. Die Schützenstube wurde in den Folgejahren noch gebraucht, doch bereits per 31. März 2004 musste die ganz Liegenschaft geräumt sein; im November fand der Abriss statt. Heute zeigt nur die landschaftliche Vertiefung noch von der ehemaligen Sportstätte.


Überregionale Aktivitäten der Sportschützen

Als sehr aktiver und umtriebiger Verein haben die Schützen auf die kleine Distanz (50m) schon früh und immer wieder sich auch für das Gemeinwohl und die Schützen im Kanton Solothurn eingesetzt.

Verschiedene Kant. Delegiertenversammlungen sind durch die SPSW organisiert worden. z.B. die DV des Solothurnischen Sport-schützenverbands oder der Kant. Veteranen, welches auch immer mit einem Schiessen verbunden ist. Daneben wurden einige grössere Kleinkaliberschützenfeste durchgeführt, so im 1951 und 1970.

Daneben haben sich die Sportschützen auch immer aktiv am Vereinsleben der Gemeinde Wangen teilgenommen. Bei allen Anlässen waren die Schützen mit Ständen oder mit Helfer aktiv dabei. Diese Tätigkeiten wurden nicht aus Eigennutz ausgeführt. Nein, es galt nebst dem aktiven Beitrag ans Kulturelle der Gemeinde auch Danke zu sagen für die langjährige Unterstützung des Vereins durch die Gemeinde.

Sportliches

Bewusst zu Letzt soll aber auch über die sportlichen Erfolge des Vereins berichtet werden. Klar können hier aber auch nur Bruchstücke der vielen glücklichen Stunden vermittelt werden. Zahlreiche Eidgenössische, Kantonale und regionale Schützenfeste wurden besucht; mal erfolgreicher, mal weniger, was soll’s?      Schön war es allemal.

1979 konnte Wangen erstmals in seiner Vereinsgeschichte am GM Final in Liestal teilnehmen; der Rang 25 war der Lohn der schwierigen Aufgabe. Denkwürdig war die Teilnahme am Eidgenössischen in Chamblon wo der 25. Rang in der 2. Kategorie im Sektionswettkampf heraus schaute. 2005 gewannen die Junioren am GM Final in Trimbach die Silbermedaille! Und 2007 kehrten alle Teilnehmer vom Eidgenössischem Schützenfest für Jugendliche mit einer Auszeichnung nach Hause.

Daneben erreichten vor allem in den 80er Jahren immer wieder Schützen aus Wangen im Matchschiessen grosse Erfolge in Überregionalen und Nationalen Schiessen. Einige fanden sogar Einzug in Leistungskader.

Damit ist kurz aber umfassend gezeigt, was ein kleiner aber immer aktiver Verein erreichen kann, was er für die Region – speziell im Nachwuchsbereich – bieten kann und was er für einen kulturellen Beitrag zu leisten vermag.

Allen Leistungsträgern, allen Verantwortlichen und all den vielen Schützinnen und Schützen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Dieser Dank soll aber auch – dies abschliessend – verbunden sein, mit der Hoffnung, dass Vereinen dieser Art noch eine lange Zukunft beschienen sei.


Datensammlung: Hermann Spiegel
Verfasser: Urs Liniger

 
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